Libera me, Domine, de morte eterna

Es war der Vorabend zu meinem ersten True-Voice-Seminar, ein dunkler Abend im März in einer kleinen Kirche in Aachen. Seit ungefähr einer Stunde saß ich dort und hörte – zunehmend berührt – den eigentümlich innigen Liedern und Mantras von Mark Fox und Angelika Thome zu, schlicht von Mark auf der Gitarre begleitet. Bemerkenswert auch, dass die meisten Konzertbesucher die Mantras offenbar kannten und einfach mitsangen. Die ganze Kirche war erfüllt von einer intensiven, summenden Schwingung.

Irgendwann stand Mark Fox auf und ging zum Klavier. „Libera me, Domine, de morte eterna“, sagte er, „Befreie mich, Herr, vom ewigen Tod.“ Wie oft schon hatte ich diesen Satz im Chor gesungen, in den großen Messen und Requiems von Mozart, Fauré, Dvorak und Verdi, und immer hatte gerade dieser Satz mich ganz besonders berührt. „Diese Bitte um Befreiung vom ewigen Tod gilt nicht nur für das Ende unseres Lebens“, fuhr Mark fort. „Es ist auch die Bitte, uns von den vielen kleinen Toden IM Leben zu befreien, der Mühsal des Alltags, einer Krankheit oder den immer wiederkehrenden Routinen eines ungeliebten Jobs, einer unglücklichen Liebe, einer tiefen Trauer.“ Dann begann er zu spielen und die Welt um mich her versank. Was Mark dort mit Inbrunst und meisterhaft sang, war der Schrei meiner Seele. Libera me, Domine, de morte eterna.

Ich wusste damals nicht, dass True Voice® einmal mein Beruf und meine Berufung werden sollte. Ich wusste noch nicht, dass meine Seele bereit war für diese Befreiung. Aber ich spürte, dass hier gerade etwas ganz Elementares mit mir geschah.

Als ich ein paar Jahre später vor der Frage stand, wie mein Unternehmen heißen soll, musste ich nicht lange überlegen: Libera me – befreie mich. Und so, wie die True Voice®-Arbeit mich und meine Stimme befreit hat, darf ich heute als zertifizierte True Voice®-Anwenderin Menschen helfen, ihre Stimme zu befreien und wiederzufinden. Welch eine Gnade.